FAQ
Häufige Fragen zur TGA-Fachplanung
Die wichtigsten Fragen, die uns Bauherren, Architekten und Betreiber zur Zusammenarbeit mit einem TGA-Ingenieurbüro stellen, kurz und konkret beantwortet.
Leistungen und Zusammenarbeit
Was macht ein TGA-Ingenieurbüro?
Ein TGA-Ingenieurbüro plant die Technische Gebäudeausrüstung eines Gebäudes: Heizung, Lüftung, Sanitär, Klima- und Kältetechnik, Elektrotechnik, Gebäudeautomation, Fördertechnik und anlagentechnischen Brandschutz. Aurora Engineering übernimmt diese Fachplanung integral über alle Gewerke, vom Konzept über die Ausführungsplanung bis zur Bauleitung und Inbetriebnahme.
Welche Leistungsphasen nach HOAI bieten Sie an?
Alle Leistungsphasen 1 bis 9 der HOAI für die Anlagengruppen 1 bis 8: Grundlagenermittlung, Vorplanung, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung, Vorbereitung und Mitwirkung bei der Vergabe, Objektüberwachung und Objektbetreuung. Auch einzelne Phasen, etwa nur die Ausführungsplanung im BIM-Modell oder die Fachbauleitung, übernehmen wir.
Arbeiten Sie mit Architekten und Generalplanern zusammen?
Ja, in den meisten Projekten sind wir als Fachplaner Teil eines Planungsteams mit Architektur, Tragwerk und Brandschutz. Wir stimmen Technikflächen, Schächte und Deckenhöhen früh im Entwurf ab und liefern unsere Planung als koordiniertes BIM-Modell.
In welchen Regionen sind Sie tätig?
Bundesweit. Unser Sitz ist in Gießen, unsere Projekte reichen von Hamburg über Berlin und Frankfurt bis Stuttgart und München.
Ablauf und Kosten
Wie läuft ein TGA-Planungsprojekt ab?
Zu Beginn erfassen wir Nutzungsanforderungen und Bestand, entwickeln Anlagen- und Energiekonzept mit Variantenvergleich, planen im Entwurf die Dimensionierung und Technikflächen, erstellen die Ausführungsplanung im BIM-Modell und begleiten Ausschreibung, Bauausführung und Inbetriebnahme. Jede Phase endet mit dokumentierten Ergebnissen.
Wie wird das Honorar berechnet?
Grundlage ist die HOAI mit den anrechenbaren Kosten der Technischen Ausrüstung, der Honorarzone und den beauftragten Leistungsphasen. Für Teilleistungen und Beratung vereinbaren wir Pauschal- oder Zeithonorare. Sie erhalten vorab ein transparentes Angebot.
Wie hoch ist der TGA-Anteil an den Baukosten?
Bei Bürogebäuden liegt der Anteil der Technischen Gebäudeausrüstung meist bei 25 bis 35 % der Baukosten, bei Laboren, Reinräumen, Kliniken und Rechenzentren bei 40 bis 55 %. Eine gute Planung senkt vor allem die Betriebskosten über die gesamte Nutzungsdauer.
Ab wann sollte der TGA-Planer eingebunden werden?
So früh wie möglich: idealerweise in der Vorplanung. Dann können Technikflächen, Schächte, Energiekonzept und Fördermöglichkeiten noch in den Entwurf einfließen, statt später nachgerüstet zu werden.
Methoden und Qualität
Planen Sie mit BIM?
Ja. Wir modellieren in Revit und Linear, prüfen Kollisionen mit Architektur und Tragwerk und liefern Modelle nach den Vorgaben des Auftraggebers (AIA, BAP). Pläne, Schemata und Mengen werden aus dem Modell abgeleitet.
Wie stellen Sie Energieeffizienz sicher?
Über Lastberechnungen mit realen Nutzungsprofilen, Variantenvergleich nach Lebenszykluskosten, Wärmerückgewinnung, bedarfsgeführte Regelung und ein Monitoring-Konzept, mit dem die Prognose im Betrieb überprüft wird.
Planen Sie auch im Bestand und unter Denkmalschutz?
Ja. Bestandsaufnahme, Etappenkonzepte bei laufendem Betrieb und denkmalgerechte Leitungsführung gehören zu unserer Erfahrung, etwa beim Europäischen Patentamt in Berlin.
Welche Normen und Richtlinien wenden Sie an?
Die einschlägigen DIN-, VDI- und DVGW-Regelwerke sowie GEG, HOAI und die Sonderbauvorschriften, je nach Gewerk und Gebäudetyp, zum Beispiel DIN 1946-4 und 1946-7, DIN EN ISO 14644, VDI 6022, VDI 3814, DIN VDE 0100 und DIN EN 50600.
Labor, Reinraum und Krankenhaus
Was ist bei der Planung von Reinräumen besonders?
Reinräume brauchen definierte Luftwechsel, Druckkaskaden, Filterstufen und Schleusenkonzepte nach DIN EN ISO 14644 und GMP. Die Planung muss von Anfang an qualifizierbar sein: mit dokumentierten Anforderungen, Messkonzept und Redundanz für sicherheitsrelevante Anlagen.
Wie unterscheidet sich Laborlüftung von normaler Lüftung?
Laborlüftung arbeitet mit deutlich höheren Luftwechseln, variablen Volumenströmen und Abzugsregelung nach DIN 1946-7 und DIN EN 14175. Zuluft, Abluft und Abzüge werden so geregelt, dass Unterdruck und Schutz der Nutzer jederzeit gewährleistet sind.
Können Sie im laufenden Klinikbetrieb planen und bauen?
Ja. Bauabschnitte, Provisorien und hygienisch abgesicherte Umschaltungen stimmen wir mit Krankenhaushygiene und Betriebstechnik ab, damit OP- und Intensivbereiche versorgt bleiben.
Büro- und Gewerbeimmobilien
Wie hoch sollten Technikflächen in einem Bürogebäude sein?
Als Richtwert benötigen Bürogebäude 4 bis 7 % der Bruttogrundfläche für Technikzentralen und Schächte, abhängig von Lüftungskonzept und Kälteerzeugung. Wir klären den Bedarf in der Vorplanung, damit Architektur und Tragwerk ihn früh berücksichtigen können.
Welche Anforderungen stellen Zertifizierungen wie DGNB an die TGA?
DGNB, BREEAM und LEED bewerten unter anderem Energiebedarf, Raumluftqualität, thermischen Komfort, Schallschutz und Messkonzepte. Wir liefern die TGA-Beiträge, planen Zählerkonzepte und Monitoring von Anfang an mit und stimmen uns mit dem Auditor ab.
Wie flexibel lässt sich ein Bürogebäude später umnutzen?
Sehr, wenn die Technik dem Achsraster der Architektur folgt: dezentrale Regelzonen, Reserven in Lüftung, Kälte und Elektro und ein Trassenkonzept, das neue Trennwände zulässt. Dann sind Mieterwechsel ohne Eingriffe in die Zentralen möglich.
Können Mieterausbauten parallel an mehreren Standorten geplant werden?
Ja. Für Showroom- und Filialserien entwickeln wir einen einheitlichen Planungsstandard, der an die jeweilige Bestandssituation angepasst wird, wie bei den DENZA-Showrooms in Frankfurt, Köln und Hamburg.
Industrie- und Sonderbauten
Wie planen Sie Technik für Produktionsprozesse, die sich später ändern?
Mit modularen Versorgungsschienen, Reserven in Lüftung, Kälte, Druckluft und Elektro sowie Trassen, die spätere Anschlüsse ohne Umbau erlauben. Die Prozessanforderungen nehmen wir gemeinsam mit Verfahrenstechnik und Betreiber auf.
Welche Redundanz braucht ein Rechenzentrum?
Das bestimmt die Verfügbarkeitsklasse nach DIN EN 50600. Üblich sind N+1 für Kälte und Stromversorgung, bei hohen Anforderungen 2N. Wir legen Redundanz, freie Kühlung und Monitoring gemeinsam mit dem Betreiber fest.
Planen Sie in explosionsgefährdeten Bereichen?
Ja. Für Chemie, Lackierereien und Lager mit Ex-Zonen planen wir nach ATEX und TRGS 720 bis 723: Zoneneinteilung, geeignete Betriebsmittel, Gaswarnanlagen, Lüftung und Sicherheitsabschaltungen.
Was ist bei Versammlungsstätten und Quartieren besonders?
Versammlungsstätten stellen hohe Anforderungen an Entrauchung, Sicherheitsbeleuchtung und Alarmierung nach der Versammlungsstättenverordnung. Quartiere brauchen zentrale Energiekonzepte, die Wohnen, Handel und Büro gemeinsam versorgen, wie im Überseequartier Hamburg.
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